Gleicher Lohn in Ost und West?
Die Angleichung der Löhne in Deutschland gerät ins Stocken
Seit 20 Jahren ist Deutschland wiedervereint. Aber bei der Einkommensstruktur ist Deutschland größtenteils noch getrennt. Während sich in den vergangenen Jahren im Westteil Deutschlands vor allem die höhere Einkommensgruppe von mehr als 4000 Euro Monatseinkommen überproportional vergrößert hat, stagnieren die Ostlöhne im selben Zeitraum auf eher bescheidenem Niveau. Wie aus einer Erhebung der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, verdient in Ostdeutschland fast jeder zweite Arbeitnehmer weniger als 2000 Euro brutto im Monat. Der Anteil ist damit doppelt so hoch wie im Westen, wo nur knapp ein Viertel in diese Gruppe fällt.
Löhne von bis zu 1000 Euro gibt es im Osten mit einem Anteil von 8,1% fast doppelt so häufig wie im Westen. Dort fallen nur 4,6% in diese Einkommensgruppe. Die Spreizung zeigt sich auch in folgendem Wert: das mittlere Einkommen im Osten lag 1999 bei 74,4% des Westwertes, zehn Jahre später bei 73,1%. Im selben Zeitraum hat sich in Westdeutschland der Anteil der Einkommen von mehr als 4000 Euro brutto im Monat verdoppelt, und zwar von 12,4 auf 22,2%.
Laut BA verdienten in Deutschland 2009 gut 22% der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer, bundesweit über vier Millionen Menschen, monatlich weniger als 1.784 € brutto. Damit arbeite etwa jeder Fünfte für einen Niedriglohn.
(jbr)
Bild: ©Klaus Eppele - Fotolia.com














