Schweiz: 65000 Wohnungen im Bau, soviel wie noch nie!
Schweiz: 65000 Wohnungen im Bau, soviel wie noch nie!
Die Weltwirtschaft erholt sich. Das Wachstum ist in den westlichen Industriestaaten aber noch fragil. Immerhin verzeichnen die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen in den USA und anderen Staaten seit Kurzem einen ungewöhnlichen Schub nach oben. So stieg der Zins für einen zehnjährigen "Eidgenossen" seit August 2010 um mehr als 1 % auf 1,8; in zwölf Monaten soll er gemäß Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich auf 2,1 % ansteigen. Bisher galt eine anziehende Zinskurve als zuverlässiger Indikator für eine positive Entwicklung der Wirtschaft. Doch angesichts der gravierenden Schulden vieler Länder ringen die Auguren heute um eine solche Gewissheit. Denn steigende Zinskosten erhöhen in diesen Ländern den Druck auf das Budgetdefizit.
Die Staatsbilanz der Schweiz ist hingegen kerngesund, da dieses Land im Vorfeld der Krise als eines der wenigen Länder nicht über seine Verhältnisse gelebt hat. Bereits die Rezession fiel deutlich schwächer aus als in den meisten westlichen Industrieländern.Allerdings zeichnete sich ab, dass der Aufschwung seit dem zweiten Halbjahr 2010 an Kraft verloren hatte, wie jüngst die Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) belegen. Der starke Franken drückt auf den Export, mit dem sich die Schweiz jeden zweiten Franken verdient.
Die Baugesuche, Baubewilligungen und Submissionen verdeutlichen eine reale mittelfristige Entwicklung in der Baubranche. Im Oktober und November 2010 ging die Zahl der Baugesuche zurück, ganz im Einklang der saisonalen Abkühlung der Bauwirtschaft im Winter. Dieser Rückgang erfolgte aber auf einem hohen Niveau: Nachdem die Bauwirtschaft das Krisenjahr 2009 mit 52700 Gesuchen respektive einem Rückgang von 2% fast unbeschadet überbrückt hatte, legten diese 2010, hochgerechnet bis Ende des Jahres, um 5 % auf 55300 zu. Im Rückblick auf zehn Jahre wurden nur 2004 um 1,5 % mehr Gesuche, nämlich 56100, eingereicht. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase dümpelten diese von 2000 bis 2002 noch zwischen 42000 und 44400. Mit der anziehenden Konjunktur schnellten sie sodann um fast 15 % auf 50800 hoch. Ein zweiter Schub von 10,5 % folgte unmittelbar danach im Spitzenjahr 2004.
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