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Waghälsige Pläne der Politik- Equal Pay in der Zeitarbeit

Zehntausende Arbeitsplätze werden wegfallen - auch außerhalb der Zeitarbeit

Die Pläne der Politik, Equal Pay in der Zeitarbeitsbranche einzuführen, werden nach Ansicht des Bundesverbands Zeitarbeit ( BZA) mehrere Zehntausend Arbeitsplätze kosten - und auch Arbeitsplätze in den Kundenunternehmen gefährden. "Wie bei vielen sozialen Forderungen hätten Politiker dann zwar Gesetze ihren Wünschen angepasst - nur die wirtschaftliche Realität würde sich nicht daran halten", so BZA-Präsident Volker Enkerts. 

Enkerts weiter: "Der Arbeitsplatzmotor Zeitarbeit, der den Aufschwung stark vorangetrieben hat, würde stark beschädigt werden. Denn eine wichtige Funktion der Zeitarbeit ist es, Menschen aus der Arbeitslosigkeit zu holen: 64 Prozent der Zeitarbeitnehmer waren vorher arbeitslos, darunter sind viele Menschen mit Brüchen im Lebenslauf. Diese oft unqualifizierten Arbeitskräfte finden ihre Jobs fast nur über Zeitarbeit - der Lohn für einen langjährig beschäftigten Stammmitarbeiter, der meist effizienter arbeitet, ist daher kein praktikabler Maßstab. 'Equal Pay' wird Zeitarbeit teurer, bürokratischer und somit unattraktiver machen. Folge: Die Kundenunternehmen, die an Zeitarbeit vor allem die Flexibilität schätzen, werden nach Auswegen suchen, etwa durch Jobverlagerungen ins Ausland, die auch Nicht-Zeitarbeitsplätze betreffen, und Rationalisierung." 

"Alle verständlichen Wünsche nach mehr Geld haben eine wirtschaftliche Grenze, denn Equal Pay ist in der Realität kaum finanzierbar. Zudem ist es nicht praktikabel, für Zeitarbeitnehmer jedes Mal umständlich einen Vergleichslohn auszurechnen, schließlich sind in Deutschland die Arbeitsverhältnisse, Vergütungen, Sozialleistungen und weitergehende individuelle Ansprüche komplex. Kaum ein Kundenunternehmen würde uns sein Vergütungssystem zeigen, nur weil es eine Urlaubsvertretung benötigt", betont Enkerts. 

Enkerts abschließend: "Auch die im Raum stehende Frist, Equal Pay erst nach sechs Monaten Tätigkeit beim Kunden einzuführen, beruhigt uns nicht. Denn bereits heute wird eine 4-Monatsfrist diskutiert, und wenn eine Maßnahme erstmal eingeführt ist, wird weiter an der Schraube gedreht - auf Kosten des Arbeitsmarkts und der Unqualifizierten. Da nahezu alle Zeitarbeitnehmer nach Zeitarbeitstarifverträgen bezahlt werden - die meisten auf Basis eines DGB-Tarifvertrags -, wäre Equal Pay auch ein Angriff auf die Tarifautonomie." 

Bild: ©Sven Bähren - Fotolia.com

21.01.2011 06:13:00 von Jürgen Büsser

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